EM-Silber: Carolin wird erneut Vize-Europameisterin der Studierenden

Den Hattrick angepeilt – den Hattrick geschafft! Bei ihrer dritten Teilnahme an einer Europameisterschaft der Studierenden schaffte es Carolin Stahl erneut aufs Treppchen. In der portugiesischen Universitätsstadt Coimbra wurde unsere Athletin jetzt Vize-Europameisterin der Studierenden. Für Carolin war es nach 2013 in Moskau und 2015 in Opatija (Kroatien) die dritte Silbermedaille in Folge. Wenngleich die Freude über die Medaille überwiegt, wird Carolin und Coach Axel Müller die European Universities Taekwondo Championship 2017 in Coimbra nicht nur in guter Erinnerung bleiben. Denn letztendlich war es eine Verletzung, die die 25-jährige Westerwälderin nach 5 siegreichen Kämpfen im Finale vorzeitig stoppte.

Aber der Reihe nach: Zunächst war Carolin alles andere als optimal in das Turnier gestartet. Gegen Selyma Satilmis aus der Türkei musste sie gleich in ihrem ersten Kampf eine denkbar unglückliche 7:8-Niederlage hinnehmen. Obwohl kurz vor Schluss noch knapp in Führung, riskierte Carolin in der Endphase zu viel, lief in einen Konter ihrer Gegnerin und machte damit den Fehlstart in das EM-Turnier perfekt. Dank des sogenannten Double-Elimination-Systems erhielten glücklicherweise alle Athleten eine zweite Chance, sodass die angepeilte EM-Medaille noch nicht ganz verloren war. Allerdings stand Carolin Stahl nun bereits mit dem Rücken zur Wand: Im zweiten Pool bekam sie sechs weitere Kämpfe zugelost, von denen sie keinen verlieren durfte. „Bei der ersten Niederlage wäre Schluss gewesen“, berichtet Axel Müller, dem zu diesem Zeitpunkt klar war, dass sein Schützling mindestens drei Kämpfe in Folge gewinnen musste, um sich zumindest Bronze zu sichern.

Doch wie heißt es so schön: Unter Druck entstehen Diamanten. Genau diesem Druck hielt Carolin stand und steigerte sich von Kampf zu Kampf. Einem 11:3-Sieg über die Französin Oceane Samson folgten Erfolge über Patricia Bastos aus Portugal (4:1) und Barbara Ducz aus Ungarn (3:0). Somit war Bronze schon mal unter Dach und Fach. Carolin wollte nun aber mehr. Und so besiegte sie auch die Türkin Inam Gulsum (9:4) sowie die Österreicherin Christina Schönegger (2:0) und zog schließlich nach fünf siegreichen Kämpfen, die sie hintereinander weg ohne Pausen absolvieren musste, spektakulär ins Finale ein.
Gegnerin dort war die deutsche Teamkollegin Julia Ronken, die sich am Vormittag im ersten Pool für das Finale qualifizieren konnte. Carolin Stahl war nach ihrem Kraftakt zwar sehr erschöpft, aber dennoch gewillt, auf die zwei Silbermedaillen von 2013 und 2015 dieses Mal endlich Gold folgen zu lassen. Leider wurde daraus aber nichts. Nach einem zunächst ausgeglichenen Kampfverlauf nahm das Finale für Carolin bereits in der zweiten Runde ein bitteres Ende: Während einer Aktion zog sie sich eine schwere Verletzung am Knie zu, die ein Weiterkämpfen unmöglich machte.

„Nach dem schlechten Turnierstart hat Caro ein sensationelles Comeback auf die Matte gelegt. Die Silbermedaille in einem solch starken Teilnehmerfeld ist mehr als verdient“, resümierte Axel Müller, der zwar zufrieden war, aber verständlicherweise dennoch mit dem Ausgang des Finales haderte: „Wegen einer Verletzung aufgeben zu müssen ist niemals schön. Wenn dir das dann im Kampf um Gold passiert, ist das natürlich doppelt bitter“, so der Coach, der nun hofft, dass sich die Schwere der Verletzung in Grenzen hält. „Mehr wissen wir erst nach weiteren Untersuchungen.“

Herzlichen Glückwunsch Caro zum Medaillen-Hattrick bei der Studenten-Europameisterschaft!

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